Freitag, 12. Februar 2010

9 - Unser Besuch bei Framas und die Weiterreise nach Singapur

Dienstag, 09.02.2010
von Melanie Sondermann


Heute steht wieder ein Firmenbesuch auf dem Programm, gefolgt von der Weiterreise in das 4. Land dieser Reise: Singapur. Wir treffen uns also mit gepackten Koffern im Business-Look um 8:00 Uhr in der Lobby des Hotels. Mit zwei Taxen geht es auf zu der Firma Framas, wo wir um 10:00 Uhr herzlich im Konferenzraum mit einem lockeren „Hey, my name is David“ begrüßt werden. Der junge Vietnamese ist in Deutschland aufgewachsen und nun als „Immigration Vietnamese“ betriebswirtschaftlicher Leiter bei der Firma Framas. Ebenso stellte sich uns Herr Grewe, CEO bei Framas Vietnam, sowie der Financial Leader vor.

Framas ist ein mittelständisches Unternehmen in der Kunststoffverarbeitung, deren größte Kunden Sportschuhhersteller wie Adidas, Reebock oder Nike sind. Framas produziert sämtliche Kunststoffbestandteile von Sportschuhen, wie z.B. Sohlen oder Stollen von Fußballschuhen bis hin zu Schuhleisten. Der Grundstoff des Kunststoff- Spritzgießens ist ein Granulat, das je nach Erfordernis und Kundenwunsch in Bezug auf Farbe und Beschaffenheit vor Ort gemischt wird.

Die strukturierte Arbeitsweise und Fertigung, die sicherlich zu dem Erfolg des Unternehmens beitragen, konnten wir uns bei dem Rundgang durch die Produktion ansehen. Schon mit einer gewissen Routine stellten wir auch hier die Fragen bezüglich Lean Production oder Lagerhaltung, die uns brennend interessierten. Der Arbeitslohn eines „Unskilled Workers“ liegt auch hier in etwa bei für uns unvorstellbaren 100€/Monat.

Auch hier sehen wir in der Fabrik Frauen und Männer, die viele einzelne Arbeitsschritte von Hand durchführen, wobei wir immer wieder den Vergleich zu Deutschland herstellen, wo diese Arbeitsschritte sicherlich automatisiert sind.

In kleiner Runde durften wir nach dem Rundgang noch viele Fragen stellen. Positiv war auch, dass sich die Geschäftsleitung Vietnam durchaus vorstellen können, Praktika oder Diplomarbeiten in der Firma anzubieten bzw. zu vergeben. Der mit viel Mühe organisierte Empfang und die Führung hat einen tollen Eindruck hinterlassen. Die gelungene Firmenpräsentation ließ sogar bei einigen Studenten den Wunsch aufkommen, nach Abschluss des Studiums bei der Firma Framas zu arbeiten.

Das Angebot eines gemeinsamen Mittagessens mussten wir leider ablehnen, da unser Flug um 15:00 Uhr nach Singapur nicht wartete. Der Verkehrsfluss von der Firma zum Flughafen war ein mittlerweile gewohntes, langsames und hupendes Fortbewegen zwischen Mopeds mit im Durchschnitt um 300% überschrittenem zulässigem Gesamtgewicht. Wir kamen rechtzeitig an, doch beim Check-In machten sich die letzten Tage im Shopping-Paradies bemerkbar.

Viele mussten ca. 1-4 kg „Übergewicht“ aus dem Koffer auf Handgepäck bzw. andere Koffer verteilen. Am Airport in Singapur angekommen trafen wir wieder auf unser Geburtstagskind Ümit, was wir mit einem lautstarken „Happy Birthday“ im „Skytrain“ allen, die es wissen und auch nicht wissen wollten, mitteilten.

In der Dämmerung checkten wir im Hotel ein und standen auch schon 45 Minuten später wieder am Treffpunkt in der Lobby bereit, um die Stadt zu erkunden. Wir waren wieder in der westlichen Welt angekommen. Vielleicht erschien es auch nur aufgrund des krassen Gegensatzes zu den letzten 10 Tagen, aber ich habe selten eine so saubere und ordentliche Stadt gesehen. Mit dem westlichen Standard kamen auch die westlichen Preise zurück.





Und so nahmen wir von den zwar einladenden aber überteuerten Kneipen und Cafés abstand und ließen es uns mit dem gewohnten Tiger Beer aus Dosen gut gehen. Zwischen Skyscrapern und dem Singapur River liessen wir einen spannenden aber auch anstrengenden Tag auf der Read Bridge im angesagten Party-Viertel Clarke Quai ausklingen.....wir können ja morgen mal „ausschlafen“.

Melanie Sondermann

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