Nach einer recht heiteren Nacht sind die Meisten schon früh auf den Beinen und bereiten sich mit einem abwechslungsreichen Frühstuck auf den heutigen Firmenbesuch vor. Da schon im Vorfeld der notwendige Transfer nach Chonburi geklärt wurde, können die 14 Studenten, Herr Lippold und ich die Reise bequem um 8:00Uhr antreten. Die Anfahrt gestaltet sich erstaunlicherweise ruhig und zügig, was man von anderen asiatischen Ländern nicht gewohnt ist. Pünktlich um 10Uhr treffen wir in einem Industriepark bei Yamahatsu (Thailand) Co. Ltd., einem Joint Venture Unternehmen der Firma Henkel AG & Co KGaA und Yamahatsu Co. Ltd., ein. Herr Markus Daburger, Lokaler Factory Manager, hieß uns willkommen und führte uns mit einer kurzen Präsentation in das thailändische Colorationsgeschäft ein. Ich führ meinen Teil habe die Studenten zuvor über die Struktur Henkel's und einiger Eckdaten informiert. Erstaunlich für den thailändischen Markt waren die Entwicklungen im Colerationssegment, die einen Anstieg von 500% verkaufter Packaging Units zwischen 2002 und 2008 aufzeigten. Neben Informationen, die das Werk betreffen, Verbesserungsprogramme im Sinne der Nachhaltigkeit und weiteren Grundlagen konnten wir einen sehr guten Überblick gewinnen, wie sich das Geschäft in Thailand gestalltet und entwickelt. Gespannt und interessiert verfolgen die beteiligten beide Präsentationen und nutzen im Anschluss die offene Diskussionsrunde, um sich intensiver mit dem Unternehmen, der Marke und den thailändischen Arbeitsbedingungen zu befassen. Im Anschluss folgte der "praktische" Teil, die Führung durch das recht überschaubare Werk, wobei überschaubar keineswegs negativ aufzufassen ist, denn die Produktion schafft eine Stückzahl von ca. 14 Mio. PU unterschiedlicher Nuancen auf gerade mal 4 + 2 Rührwerken… beeindruckend. Die gesetzten Ziele von 40 Mio. Stück per anno sind schier waghalsig, doch nach der Werksführung ist uns bewusst, dass es kein utopisches Vorhaben ist. Die thailändische Bevölkerung macht einen sehr motivierten und engagierten Eindruck und scheinen einer solchen Herausforderungen gewachsen zu sein. Nach der gut 20 minütigen Führung haben wir gemeinsam an einem echt thailändischen Mittagessen teilgenommen. Der ein oder andere hat mit der Würzung zu kämpfen, doch wir waren Dank Metifex gewapmet. Im Anschluss verliesen wir das Werk mit einer Fülle neuer Eindrücke in Richtung Bangkok.
Da viele unterschiedliche Interessen vertreten wurden, teilten wir uns in Gruppen auf. Thomas B. und ich haben uns mit ortsüblichen Transportmitteln (Rollern) durch den Verkehr "kämpfen lassen" um noch schnell letzte Besorgungen in einer der großen Malls zu erledigen. Im Anschluss ging es für uns nach Wat Pho mit Hilfe der Tuk-Tuks… Hier ein paar Regeln:
1. Verhandelt die Preise im Vorfeld
2. Lasst euch nicht auf dubiose Angebote (Massage, Shopping, etc.) während und nach der Fahrt ein
3. Verhandelt nie die Preise neu aus, während ihr fährt… spontane Preissteigerungen um 300% sind nicht unüblich…
4. Ein Preis von 100 Baht für kürzere Strecken ist vollkommen in Ordnung, 200 Baht sind auch noch drin
5. Wenn nix mehr hilft, hilft Beharrlichkeit und Nachdruck…
Tuk Tuk fahren ist ein Riesenspaß, allerdings muss man im Punktu Preis eisern bleiben, auch wenn es das ein oder andere mal weh tut. Der Durchschnittslohn eines in Bangkok lebenden Arbeiters beträgt knapp 200 Baht pro Tag. Also ist unsere Preis-Leistungsvorstellung vollkommen gerechtfertigt… Das zum Thema Transportmittel!
Zurück zum Buddhismus: Wat Pho ist einer der schier unzähligen Tempelanlagen in Bangkok und zählt zu den größten und berühmtesten in Bangkok. Bedauerlicherweise waren wir erst gegen 17:30 Uhr vor Ort, da unsere Verhandlungen mit dem Tuk-Tuk Fahrer und der lähmende "Traffic Jam" unseren Zeitplan etwas durcheinander gebracht hat. Doch die Eindrücke waren überwältigend! Riesige Statuen von 5-8m Höhe und 30m Länge… Wow! Auch bei Restaurierungsarbeiten liesen sich die Arbeiter gerne über die Schulter schauen.
Nach dem Kulturflash trieb es uns in Richtung Banyan Tree Hotel. Mit leichter Verspätung (Gründe siehe Oben) konnte ein Teil der Gruppe (da Dresscode herrschte und einige sich den sommerlichen Temperaturen angepasst haben) in der Sky Bar einen absolut atemberaubenden Eindruck über Bangkoks Skyline erhaschen. Im 61. Stock in Rund 200m Höhe liesen wir es uns zusammen bei einem Bier, Säften und Cocktails gut gehen.
Im Anschluss zogen wir durch Bangkoks Straßen und liesen den Abend bei thailändischem Essen und Bier ausklingen. Die Letzten trafen sich noch auf ein letztes Bier am Café Busstation und strichen gegen 3:30 Uhr morgens die Segel.
Nachtrag: Überfahrt mit dem Speedboot in Bangkok