Montag, 8. Februar 2010

6 - Überfahrt nach Phnom Penh

Von Susanne Müller

Kurz vor 6 trafen wir uns zum Fruehstueck & 20 Minuten spaeter sassen wir bereits im Bus, um zu dem Anlegeplatz des Bootes zu fahren. Die Fahrt ging an Siedlungen vorbei, die aus Bretterverschlaegen und vereinzelten Haeusern bestanden. Es herrscht groesstenteils eine schreckliche Armut, in der die Kamboschaner leben.

Der Hafen bestand aus einem Steg mit einer Anlegestelle. Auf den ersten Blick sah das Schiff einem U-Boot sehr aehnlich und uns graute der Eintritt und die 5,5 stuendige Ueberfahrt bis nach Phnom Penh. Es gab keine zu oeffnenden Fenster und man sass gequescht in seinem Sitz. Alle 110 Plaetze waren belegt. Wir hatten die Karten bereits bezahlt (35 Dollar pro Pers.) und es gab kein zurueck mehr. Die Ueberfahrt wurde zu einem wahren Erlebnis….. Der Dieselmotor sprang an und das Boot setzte sich in Bewegung. Wir fuhren durchweg ca. 40 km.
Die Eingangstuer wurde geoeffnet und wir durften auf das Dach des Bootes klettern. Es waren zwar keine Absicherungen und keine Baenke oder Stuehle vorhanden - aber egal…. Vereinzelte Mitfahrende mussten Verluste verzeichnen und sich von Verschiedenem trennen, wie Hueten, Sonnenbrillen etc..

Zwischenzeitlich ist der Suesswassersee so gross, dass man das Gefuehl hat auf dem Meer zu sein. An engeren Teilen des Flusses konnte man die Kamboschianer beim alltaeglichen Leben beobachten. Wie sie fischen, Waesche waschen etc.. Sie leben in Baracken am Ufer des Flusses.

Ein paar unserer Gruppe holten sich waehrend der Ueberfahrt ihren ersten Sonnenbrand. Die anfaenglich horror wirkende Ueberfahrt war letztendlich traumhaft schoen. Um ca. 15 Uhr trafen wir in den Hafen der kosmopolitischen Hauptstadt Phnom Penh ein. Zu 2 Personen nahmen wir jeweils ein TukTuk zum Hotel. Wir gewannen den Preiskampf von 5 auf 3 Dollar pro Gefaehrt. Dreckige laermende Facetten der Stadt sahen wir auf dem Weg zum Hotel. Nach dem checkin im Hotel Julia machten wir uns noch frisch um uns zum Mittagessen in einer Schulkantine zu treffen. Es dauerte sehr lange bis wir unseren Snack serviert bekamen (Reis mit Gemuese wahlweise mit Ei, Schinken oder Huhn).

Gestaerkt sind wir in 4 er Gruppen zum Geozidmuseum Toul Seeng (S21) suedlich des Stadtzentrums gefahren. Eine alte Schule wurde von den roten Rhmer genutzt um systematisch ihre Graultaten durchzufuehren. Im S21 wurden zwischen 1975 bis 1979 ca. 20.000 Menschen ermordet. Getruebt von den erschuetternden Eindruecken fuhren wir mit einem TukTuk zum Nachtmarkt. Leider war dieser sehr touristisch.

Die Armut ist in der Stadt noch drastischer erkennbar. Eingesperscht in winzigen Kammern leben viele Einwohner in einer der jaemmerlichen Barackensiedlungen am Strassenrand. Dagegen fahren viele Neuwagen (Toyota etc.) von der Oberschicht durch die Innenstadt. Die Schichtenunterschiede sind in den bisher bereisten Ländern gewaltig. Es ist im Gegensatz zu unserer bisherigen Route stellenweise sehr unsauber. Grundsaetzlich sind die Einheimischen sehr hilfsbereit und freundlich.

Zum Abendessen kehrten wir in ein birmisches Restaurant ein. Auch hier kletterten, wie wir es mittlerweile bereits gewohnt waren, wieder Gekos an den Waenden zwischen den Bildern entlang. Nach dem interesanten und leckeren Essen kehrte ein Teil von uns ins Hotel zurueck und der Rest schlenderte noch was durch die Strassen und nahm noch einen Absacker in einer modernen japanischen Innbar ein.

Ich bin schon sehr gespannt was uns morgen wieder erwarten wird….. Bisher war es eine tolle Studienreise!

Susanne Müller

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